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7 Dinge, die deine Website Kunden kosten.

Lesezeit ~7 Min · Die häufigsten Absprung-Fallen, und wie du sie behebst · Stand: Juli 2026

Die meisten Websites verlieren Kunden nicht, weil sie hässlich sind, sondern wegen ein paar konkreter Reibungspunkte, die Besucher innerhalb weniger Sekunden wieder wegklicken lassen. Die gute Nachricht: Fast alle davon lassen sich beheben. Hier sind die sieben häufigsten.

1. Sie lädt zu langsam

Laut einer viel zitierten Google-Auswertung springt über die Hälfte der Besucher ab, wenn eine Seite am Handy länger als drei Sekunden lädt. Die üblichen Bremsen sind riesige, unkomprimierte Bilder und überladene Baukasten-Vorlagen. Schnell ist ein Feature, kein Luxus: Es entscheidet über den ersten Eindruck und über dein Google-Ranking.

Der Grund, warum das den meisten Betrieben nie auffällt: Du testest deine eigene Seite im Büro. Schnelles WLAN, neues Gerät, alles im Zwischenspeicher, bei dir lädt sie in einer Sekunde. Dein Kunde steht im Auto, hat zwei Balken Empfang und war noch nie auf deiner Seite. Er sieht eine ganz andere Website als du.

So prüfst du es ehrlich: Gib deine Adresse bei PageSpeed Insights ein (kostenlos von Google) und schau dir ausschließlich den Reiter „Mobil“ an. Oder ganz analog: Handy-WLAN aus, mobile Daten an, Seite im privaten Fenster öffnen und mitzählen. Was du dann erlebst, erleben deine Kunden jeden Tag.

Der Fix ist in neun von zehn Fällen derselbe und dauert einen Nachmittag: Bilder verkleinern. Das Foto aus der Handykamera hat 6 MB und wird auf der Seite als 400-Pixel-Kachel angezeigt. Richtig skaliert sind es 150 KB, bei identischem Aussehen. Nichts sonst bringt so viel für so wenig Aufwand.

2. Man sieht nicht sofort, was du anbietest

Ein Besucher muss in fünf Sekunden verstehen, was du machst, für wen, und warum ausgerechnet du. Wenn oben nur „Herzlich willkommen“ steht, ist die Chance verpasst. Sag klar: Was, für wen, welcher Nutzen, direkt im ersten Sichtbereich.

Der Klassiker in dieser Kategorie ist die Seite, die mit „Herzlich willkommen auf unserer Homepage“ und einem Bild vom Firmengebäude startet. Beides sagt exakt nichts. Der Besucher weiß nach fünf Sekunden nicht, ob du Fenster einbaust oder Fenster putzt, und geht zurück zu Google.

Was oben stehen muss, sind drei Dinge in einem Satz: was du machst, wo, und was den Unterschied macht. „Elektrotechnik für Graz und Umgebung, Meisterbetrieb seit 1998, Notdienst rund um die Uhr.“ Das ist kein Marketing, das ist eine Auskunft. Genau die will jemand, der gerade sucht.

Der Fünf-Sekunden-Test: Zeig deine Startseite jemandem, der deinen Betrieb nicht kennt, Nachbar, Schwager, egal. Fünf Sekunden, dann Bildschirm zu. Frag: Was bieten die an, für wen, und wo? Wenn die Antwort stockt, liegt es nicht am Zuschauer.

3. Kein klarer nächster Schritt

Jede Seite braucht ein offensichtliches Ziel: anrufen, Angebot anfragen, Termin buchen. Ist der Button versteckt oder fehlt ganz, verpufft das Interesse. Ein deutlicher Call-to-Action, sichtbar, wiederholt, eindeutig, macht oft den größten Unterschied.

Zwei Fehler treten dabei fast immer gemeinsam auf. Der erste: Der nächste Schritt steht nur ganz unten. Wer nicht bis zum Ende scrollt, und das sind die meisten, sieht ihn nie. Der zweite: Es gibt zu viele nächste Schritte. Anrufen, Formular, WhatsApp, Newsletter, Facebook, Katalog herunterladen, Rückruf anfordern. Wer sich zwischen sieben Möglichkeiten entscheiden soll, entscheidet sich für keine und macht das Fenster zu.

Nimm eine Hauptaktion pro Seite und wiederhol sie, oben, in der Mitte, unten. Für die meisten Handwerksbetriebe ist das die Telefonnummer, nicht das Formular. Und schreib drauf, was passiert: „Jetzt anrufen“ ist besser als „Kontakt“, „Kostenloses Angebot anfordern“ ist besser als „Absenden“. Ein Button, der sagt, was er tut, wird deutlich öfter gedrückt als einer, bei dem man raten muss.

4. Auf dem Handy unbrauchbar

Der Großteil deiner Besucher kommt vom Smartphone. Wenn man zoomen muss, Buttons zu klein sind oder das Menü hakt, ist der Kunde weg. Mobil zuerst ist heute Pflicht, nicht Kür, und Google bewertet genau das.

Und zwar wörtlich: Google beurteilt deine Seite anhand der Handy-Version. Die Desktop-Ansicht, an der du gebastelt hast, interessiert dabei niemanden. Wenn am Telefon etwas fehlt oder kaputt ist, ist das für Google der Zustand deiner Website.

Worauf du am Handy konkret achten solltest:

5. Keine Beweise, dass man dir trauen kann

Menschen kaufen von Menschen, denen sie vertrauen. Echte Bewertungen, Referenzen, Vorher-Nachher-Bilder, ein Gesicht hinter dem Betrieb, das senkt die Hemmschwelle enorm. Eine anonyme Seite ohne jeden Beweis wirkt austauschbar.

Das ist der Punkt, an dem Handwerksbetriebe am meisten Potenzial verschenken, weil sie die Beweise längst haben. Auf jedem Handy liegen hunderte Baustellenfotos. Auf dem Google-Profil stehen echte Bewertungen. Es gibt Mitarbeiter mit Gesichtern und einen Meisterbrief an der Wand. Nur steht nichts davon auf der Website.

Was wirklich überzeugt, ist konkret und überprüfbar: Vorher/Nachher-Fotos aus echten Projekten (kein Stockfoto, man erkennt den Unterschied sofort), echte Bewertungen mit Namen und Ort statt „Kunde aus Graz war sehr zufrieden“, ein Foto vom Team statt eines gekauften Models mit Schutzhelm, und Qualifikationen: Meisterbetrieb, Innungsmitglied, Konzession, Herstellerpartner, seit wann es euch gibt.

Der Maßstab, an den man sich halten kann: Alles, was jeder behaupten könnte, ist wertlos. „Zuverlässig, kompetent, günstig“ steht auf jeder Website der Welt und wird deshalb von niemandem gelesen. „Seit 1998, 14 Mitarbeiter, 4,8 Sterne aus 67 Bewertungen“ kann nicht jeder behaupten, deshalb wirkt es.

6. Kontaktaufnahme ist zu umständlich

Telefonnummer nicht klickbar, Formular mit zwölf Pflichtfeldern, Adresse gut versteckt, jede Hürde kostet Anfragen. Mach es so einfach wie möglich: klickbare Nummer, kurzes Formular, klare Öffnungszeiten.

Die nicht klickbare Telefonnummer verdient dabei einen eigenen Absatz, weil sie so verbreitet und so unnötig ist. Eine Nummer, die nur als Text dasteht, muss am Handy markiert, kopiert und in die Telefon-App eingefügt werden. Das macht kaum jemand. Technisch ist der Unterschied eine einzige Zeile Code, und es ist vermutlich die billigste Verbesserung, die es für eine Handwerker-Website gibt.

Beim Formular gilt: Jedes Pflichtfeld kostet Anfragen. Name, E-Mail oder Telefon, Nachricht, mehr braucht niemand für eine Erstanfrage. Firma, Anrede, Straße, PLZ, Wunschtermin, Betreff, „Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?“, all das kannst du im Gespräch fragen. Erst mal soll die Person überhaupt Kontakt aufnehmen.

Und der stille Killer, den fast niemand prüft: Kommen die Formulare überhaupt an? Formulare gehen kaputt, der Server ändert sich, die Mail landet im Spam-Ordner, die hinterlegte Adresse gibt es seit dem Mitarbeiterwechsel nicht mehr. Schick dir einmal im Monat selbst eine Testanfrage. Es gibt Betriebe, die monatelang keine Anfragen bekamen und dachten, das Geschäft läuft schlecht.

7. Sie ist veraltet, und das sieht man

Alte Jahreszahlen im Footer, tote Links, ein Design von vor zehn Jahren: Das signalisiert „hier kümmert sich niemand“. Eine gepflegte, aktuelle Website ist oft der erste Eindruck, den ein Kunde von deinem Betrieb bekommt, er sollte sitzen.

Das ist der unfairste Punkt der Liste, aber deshalb nicht weniger wahr: Menschen schließen vom Zustand der Website auf den Zustand des Betriebs. „Copyright 2017“ im Footer liest sich wie „die gibt's vielleicht nicht mehr“, auch wenn ihr gerade das beste Jahr eurer Geschichte habt. Ein Besucher kann euren Betrieb nicht sehen. Er sieht nur die Seite.

Die typischen Verräter sind schnell abgehakt: Jahreszahl im Footer, Öffnungszeiten von vor Corona, ein „Aktuelles“-Bereich, in dem der letzte Beitrag von 2019 steht (besser gar keiner als ein toter), Fotos mit Mitarbeitern, die längst weg sind, tote Links ins Nichts, und die fehlende Verschlüsselung, bei der Chrome in der Adresszeile „Nicht sicher“ anzeigt. Letzteres sieht jeder Besucher, und es kostet Vertrauen bei Leuten, die nicht wissen, was es bedeutet.

Wo du anfängst

Sieben Punkte sind viel auf einmal. Wenn du morgen eine Stunde Zeit hast, ist das die Reihenfolge mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung:

Das ist keine Raketentechnik und du brauchst dafür niemanden. Wenn danach immer noch nichts passiert, liegt es meistens nicht mehr an der Website, sondern daran, dass dich niemand findet, und das ist ein anderes Thema.

Fazit

Keiner dieser Punkte ist Raketentechnik, aber zusammen entscheiden sie darüber, ob aus Besuchern Anfragen werden. Wer Tempo, Klarheit, Vertrauen und einen einfachen nächsten Schritt richtig macht, holt aus demselben Traffic deutlich mehr Kunden heraus.

Genau darauf bauen wir unsere Websites aus. Und falls dich beim Thema Neubau die Preisfrage umtreibt: Was kostet eine professionelle Website?

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